Aufnahme von 1933

Schon 1376 wird das Areal auf dem sich das Haus „Walkmühlstraße 13“ befindet in historischen Aufzeichnungen des Archivs der Stadt Erfurt erwähnt. Denn bereits damals bemühten sich holländische und flämische Einwanderer, das sumpfige Gebiet trocken zu legen.

 

Große Fluten überspülten die Flächen immer wieder, bis auch im Jahr 1890. Am 21. Mai 1891 hieß es im „Erfurter Tageblatt“: „…einige Stellen des Sumpfgebietes an der Aktienbude (später das Opernhaus) hat die Sonnenwärme in den letzten Tagen trockengelegt und damit ein höchst interessantes Phänomen hervorgerufen. Der mit allerhand fauligem Stoff durchsetzte Grundschlamm ist jetzt mit einer dichten Schicht grüner Schleimalgen überzogen, welche an warmen Abenden ganz merkwürdig phosphoreszieren, und bei einem leichten Luftzuge als wirkliche Irrlichter aufflackern.

 

Eine ähnliche Erscheinung bieten nur noch die Moraste Südrusslands, die Heimat der Cholera. Der deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege setzte auf die Tagesordnung: Die leuchtenden Moräste in den Straßen Erfurts… Die letzten Regengüsse haben unsere Sumpfgegenden auf dem dreckigen Dreieck an der Theaterscheune wieder recht hübsch gefüllt“. Heute – 120 Jahre später kann sich daran kein Lebender mehr erinnern.




Zeichnung von 1888

Das Grundstück selbst wurde zuerst 1796 durch A.M. Vogel erworben und ab 1824 von seinem Sohn Georg Vogel bebaut. Vorerst gab es ein weithin bekanntes Vergnügungslokal – „Vogels Garten“. 1831 erbaute der Gastwirt Christian Werner genau an dieser Stelle ein Wohnhaus mit Schänke, welches 1858 an den Gartenwirt Franz Poppe veräußert wurde. Jener reichte es kurz darauf an den Gastwirt Johann Gottlieb Otto Helling weiter.


Unter seinem Einfluß ging das Anwesen 1879 in das Eigentum des Konzert- und Theatervereins über und erhielt aus städtischer Versorgung den Trinkwasseranschluß. Damit war der Grundstein gelegt, das Haus 1884 mit dem Theaterlokal in ein „winterfestes elegantes Restaurant“ umzubauen.


Durch die Fürsprache beim Stadtrat erwirkte am 24. September 1888 der Geheimrat Lucius die Genehmigung, das neue Clublokal vier Etagen hoch zu bauen, und somit konnte der Konzert- und Theaterverein bereits am 29. Juni 1889 darin einziehen.


Erst im Jahre 1900 ließ die Baupolizei den seitlichen Saal-Anbau „zur Hebung des Fremdenverkehrs in hiesiger Stadt“ zu. Elf Jahre später zeigte der Hotelier Alexander Rohr in der örtlichen Presse den Hauserwerb an und ließ durch den Architekten Hermann Peter umgehend bauliche Korrekturen vornehmen, „die den modernsten Ansprüchen gerecht werden“ sollten.




Werbeanzeige aus "Stadttheater Erfurt" (1913)

Das „Hotel Rohr“, später als Pension, wurde bis zum Ableben der Eigentümerin und letzten Betreiberin, Frau Charlotte Rohr, 1984 im Familienbetrieb geführt.


In der Zwischenzeit richtete der Kulturbund bereits im Haus auch den „Klub der Intelligenz“ ein und das Theater im obersten Stockwerk seine Verwaltungsräume. Im Parterre etablierte sich ein beliebter Treff für Schauspieler. Die später nach der Partnerstadt „Lowetsch“ umbenannte Gaststätte ist vielen Erfurtern noch heute unter diesem Namen ein Begriff.


Die Taktik der DDR-Politik hinsichtlich des „weg-vom-Privateigentum“ ging auf und die Erben verzichteten nach dem Tod der Eigentümerin auf das überschuldete Erbe. Denn reglementierte Mieten verhinderten die Wirtschaftlichkeit von Immobilien und somit fiel das Haus in die Hände des Staates.




Werbeanzeige aus "Erfurter Allgemeiner Anzeiger" (1894)

Direkt nach der Wiedervereinigung stellten die Erben Antrag auf Rückübertragung ihres damals unter wirtschaftlichem Zwang aufgegebenen Eigentums und es dauerte 14 bürokratievolle Jahre, bis das Anwesen zurückgegeben werden konnte.


Zwischen 1997 und 2007 konnte man deftig im Restaurant „Kartoffelhaus“ mit seiner hausgemachten Thüringer und Internationalen Spezialitätenküche speisen.


Schließlich kam es 2003 zum freien Verkauf des Hauses an den heutigen Eigentümer. Ungefähr zur gleichen Zeit begann langsam und allmählich das Heranreifen der Idee, in dem ehemaligen Hotel und geschützten Einzeldenkmal wieder eine Herberge für Reisende und Besucher einzurichten. Allerdings begann die wirkliche Planung und fast gleichzeitige Umsetzung des „OPERA Hostel“ erst im Januar 2006 um nach nur fünf Monaten im Mai 2006 zu öffnen.

 

Genau zwei Jahre später und nach 5 Monaten Umbauzeit (Jan.-Mai 2008) kam unsere 3. Etage - das 1. Obergeschoß - hinzu. In der "Belle-Etage" befinden sich hauptsächlich Doppelzimmer mit Bad, Einzel- und Zweibettzimmer sowie die außergewöhnliche Rezeption.

 

Im Juli 2009 eröffnet im Erdgeschoß ein neues, einmaliges Erlebnis-Restaurant - Bar - Lounge. Das Sol-y-Mar bietet Entspannung, Genuss und Stil und ist täglich geöffnet. Für unsere Gäste bietet es neben dem Frühstück auch die Gelegenheit, in besonderer Atmosphäre zu essen, feiern oder einfach zu chillen...


Willkommen in unserem Haus!


Soly y Mar